ZEN
oder Leben in Unbegrenztheit

Eine Besonderheit der Essenziellen Körpertherapie besteht im nicht-dualen Zugang zum Körper und zu den körpereigenen Energiefeldern.
Wir nützen diese Art der Begegnung mit Person und Körper zu bestimmten Zeitpunkten und zwar genau dann im Rahmen unserer Interventionen, wenn wir die Absolutheit des Seins zwischen Leere und Fülle im Klienten ansprechen wollen.

Das eine Blatt, das nicht auf Steinen reitet, ist unser leerer Geist, der durch die Fülle schreitet.

Das eine Blatt, das nicht auf Steinen reitet, ist unser voller Geist, der durch die Leere schreitet. Die andern sind der Geist, der leer sich bis zur Fülle weitet.

Dies ist ähnlich wie die Haltung des traditionellen japanischen Bogenschützen, der die Philosophie des Zen benützt, um seinen Pfeil ohne hinzusehen genau ins Ziel zu versenken. Dabei sind nicht Ziel oder Erfolg, sondern seine spirituelle Haltung, in der er aufhört, bewusst zu wollen und mit dem Ziel eins wird, von Bedeutung.
Nicht-dual bedeutet grundsätzlich einfach, die Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt der Wahrnehmung aufzuheben.
Dadurch entsteht ein ganz spezieller spiritueller Raum, der Leere und Fülle, Bewegung und Ruhe, zugleich in sich manifestiert.

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Die Fülle der Vollkommenheit verblasst des Nachts zu völliger Unscheinbarkeit. Die Blüte schließt sich. Die Öffnung wieder hat der Tag danach vollbracht. In beiden ist die Blüte eins in ihrer Stille.

Ich und Du, Körper und Energie, Körper und Raum, Zeit und Raum, Aktion und Geschehen lassen, all diese Pole verschmelzen dann im Geist jeweils zu einer nicht-dualen Einheit, einer Art puren Seins, das sich selbst im Augenblick der Betrachtung in der Leere des Nichts aufhebt und gerade dadurch erst zu seiner ganzen Tiefe gelangt.

Stört das Ich des Therapeuten, das sich in seiner nicht-dualen Handlung aufgelöst hat, gerade dadurch in diesem Moment nicht mehr seine Interaktion mit dem Körper und dem Sein des Klienten, verliert die handelnde Interaktion sogleich auch ihren eigentlichen Handlungscharakter.
Sie wird zum Aufgehen in einem Fluss des gleichzeitig Geschehens und Geschehen Lassens.

Dadurch bekommt die Intervention einen absoluten Charakter, den der Freiheit.
Sie hebt die Gegensätze des Lebens in einem Augenblick des Tuns durch Nicht-Tun auf.

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Die Schönheit der Natur zeigt uns Leere und Fülle im selben Augenblick. Diesen zu erfassen erweitert unseren Blick. Nur dass dann der Blick nicht mehr zu uns gehört, weil auch das uns nicht mehr…und so geschieht es dass es selbst das ist was jetzt sich selbst erhört.

Wie kann der Therapeut lernen, sich jenseits der Subjekt-Objekt-Spaltung der Wahrnehmung zu begeben?
Das bedarf einiger Übung und eines grundsätzlichen spirituellen Verständnisses der eigenen Wahrnehmung.
Das eine kommt mit der Durchlässigkeit über Jahre des Praktizierens, das andere setzt auch gute Lehrer in genau diesen Bereichen der Erkenntnis des eigenen Seins zwischen Leere und Fülle voraus.

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Das Wesentliche in der Blüte zu erfassen, es ist ganz leicht und schwer wie nie. Versuchst Du angestrengt das Ding an sich zu fassen, so kannst Du sicher sein, Du siehst es nie, weil Du mit zu begrenztem Blick ganz knapp das Wesentliche fliehst. Doch bist es wirklich Du, dem hier das Wesentliche stets entflieht? Wenn Du erst selbst das bist, was Du als Selbst im Gegenüber suchtest zu erfassen, dann kann es niemals Dich verlassen, es reicht von Dir zu Dir hinüber.

Zen in der Essenziellen Körpertherapie macht uns in einem Moment die Unbegrenztheit unseres Geistes und unseres Daseins inmitten gleichzeitiger Begrenztheit allen Ausdrucks bewusst.

Die Absolutheit jeder Handlung oder jedes Ausdrucks ist Resultat ihres genauen Balancierens zwischen Unbegrenztheit und Begrenztheit, zwischen Leere und Fülle.
Wir können sie solange nicht erkennen, als wir unser Selbst in dualen Formen der Wahrnehmung ausdrücken und erleben.
In die Nicht-Dualität der Wahrnehmung getaucht, entsteht die Leichtigkeit des Vollkommenen aus sich selbst heraus.

Willkommen also im Zen der Essenziellen Körpertherapie.
Wir können es Sie zwar nicht lehren wie ein Technik oder eine bestimmte therapeutische Haltung, aber Sie im immerhin auf den richtigen Weg bringen, Sie genau auf den schmalen Grat zwischen Vollkommenheit und Leere setzen.

Der Grat, auf den wir Sie hier stellen, kann jederzeit und überall ganz plötzlich Ihren Geist erhellen.

Der Grat, auf den wir Sie hier stellen, kann jederzeit und überall ganz plötzlich Ihren Geist erhellen. Vielleicht scheint er nur Schrecken heut. Doch morgen geht sie auf die Saat, die er für Sie nur hielt bereit.

Dann liegt es an Ihnen und an der Übung, die Sie durch Zeit und Raum zu jener  Selbsterkenntnis führt, die selbst keine mehr ist, obwohl sie das Selbst hervorbringt.

Zen in der Körpertherapie ist wirklich ganz einfach. Selbst dieser Hund kann es.

Zen in der Kunst der Körpertherapie ist wirklich ganz einfach. Selbst dieser Hund kann es.

Was Sie aber sehr wohl bei uns erleben können ist die Demonstration dieser Zen-Ebene in der Essenziellen Körpertherapie. Vor allem in der Stufe 7 der Entwicklung der Essenziellen Körpertherapie spielt sie eine wichtige Rolle.
Aus diesem Treffen zwischen Zen und Essenzieller Körpertherapie resultiert nicht zuletzt ein Teil ihrer Wirksamkeit.

Wenn wir hier von Zen sprechen, meinen wir dies im Sinn einer philosophischen und spirituellen Herangehensweise an eine bestimmte Welterkenntnis, die unserer Ansicht nach mit der Vorgangsweise des Zen vergleichbar ist.
Wir sehen uns in der Essenziellen Körpertherapie nicht als Teil des Zen-Buddhismus und behaupten auch nicht, dass unser Zen-Begriff etwa genau dem des Zen-Buddhismus oder einer bestimmten Schule oder Ausrichtung des Zen-Buddhismus entspräche.  

Und vergessen Sie nicht: Selbst der Buddha braucht Ruhe.

Und vergessen Sie nicht: Selbst der Buddha braucht zuweilen Ruhe.